Nach 20 Jahren ist der Oö. Jungunternehmerpreis noch lange kein Auslaufmodell, sondern dynamisch und beliebt wie am Beginn. „Ohne die Innovationskraft der Jungunternehmer wäre der Wirtschaftsstandort nicht so erfolgreich“, sind die WKO-Obfrau Gabriele Lackner-Strauss und der JW-Bezirksvorsitzende Christoph Heumader überzeugt. „Die Jungunternehmer von heute sind die Leitbetriebe von morgen.“
Jungunternehmer sind ein Jobmotor und ein wichtiger Faktor für den Strukturwandel und für Innovationen in Oberösterreich. Darüber hinaus bedeutet der unternehmerische Erfolg für die meisten Gründer die Verwirklichung eines Lebenstraums. Um hervorragende Leistungen junger Unternehmer ins Rampenlicht zu stellen, gleichzeitig damit aber auch diesen Personen Anerkennung für ihr Engagement zu zollen, zeichnet die Junge Wirtschaft Jungunternehmer aus.
Sieger in der Kategorie „Wachstumskaiser“ ist die Firma Ortner-Holz GmbH aus Tragwein.
Sieger in der Kategorie „Wachstumskaiser“ wurde im heurigen Jahr die Ortner-Holz GmbH aus Tragwein — ein Unternehmen, das bereits um 1400 urkundlich als Mühle und Sägewerk erwähnt ist und sich seit 180 Jahren und mittlerweile in der 6. Generation im Besitz der Familie Ortner befindet. 2005 hat Rudolf Ortner (29) das Unternehmen übernommen. „In den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit hatten wir mit enormen Schwierigkeiten am Holzmarkt zu kämpfen. Dennoch ist es uns gelungen, die Weiterentwicklung voranzutreiben. Da wir großen Wert auf Qualitätssteigerung, Ausbeuteoptimierung und Produkterweiterung legen, war die logische Konsequenz die Fortsetzung der Werksmodernisierung.“ So wurde in den vergangenen Jahren unter u.a. in eine computergesteuerte Besäum- und Nachschnittkreissäge mit Laseroptimierung, eine computergesteuerte Optimierungskappsäge und eine Bauholztrocknungsanlage investiert. Vor einem Jahr wurde eine weitere Großinvestition unternommen, und zwar in eine automatische Stapel- und Sortieranlage. Im Betrieb gibt es übrigens keine Abfälle: Hobelspäne werden verheizt, Hackgut kommt in die Papiererzeugung, aus Sägespänen werden Pellets und aus Rinden wird Mulch.
Das Produktsortiment von Ortner-Holz umfasst Dachstühle, Bauholz, Latten und Staffeln sowie Hobelware. Weiters führt das Unternehmen seit 2007 ein Terrassencenter. Der Großteil der Schnittholzprodukte geht an regionale Holzbaubetriebe, Baufirmen, Palettenerzeuger und die Industrie, aber auch auf private Kunden und die Landwirtschaft wird Wert gelegt. Gerade in einer schwierigen konjunkturellen Situation sieht sich Ortner durch diese breite Streuung sehr gut aufgestellt. „Unternehmerische Tätigkeit im 21. Jahrhundert bedeutet für mich, sich zum einen rasch auf den sich ständig verändernden Markt einzustellen, dabei aber die Marschrichtung nie aus den Augen zu verlieren und gegebenenfalls auch einmal eine Kurskorrektur vorzunehmen“, so Rudolf Ortner. „Zum anderen bedeutet es, sich mit dem Kunden zu identifizieren, sich in ihn hineinzufühlen und für ihn mitzudenken. Da kommt die meines Erachtens so wichtige Problemlösungskompetenz zum Tragen.“
Seit der Übernahme wuchs der Mitarbeiterstand von 4 auf heute 16, der Umsatz konnte in den vergangenen drei Jahren um 100 Prozent gesteigert werden.
Auch WKO-Bezirksstellenleiter Dietmar Wolfsegger ist besonders stolz auf Rudolf Ortner, der sich auch im Bezirksstellen-Ausschuss der WKO Freistadt für die Interessen der regionalen Wirtschaft engagiert.
Foto (CityFoto Schenk): vlnr:
Rudolf Ortner, Mag. Daniela Lindner, Maria Ortner, Rudolf Ortner sen., Mag. Heinrich Reinthaler WKO
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